Octavian Mariutiu

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Lichtlochkarte

Der Blick in das Gärbecken zeigte ein lichtgraphisches System. Zu sehen waren Miniatur-Imitationen der klassischen Schreibtischleuchte Luxo-L1. Die von Jac Jacobsen 1937 entwickelte Leuchte nutzt das Anglepoise-Prinzip, das Georg Cawardine wenige Jahre zuvor patentiert hatte. Heute ist Luxo-L1 weltweit Teil musealer Sammlungen von Arbeitsleuchten und Vorbild zahlloser Varianten und Kopien. Die Miniatur-Leuchten waren mit LEDs ausgestattet, die ein oder ausgeschaltet werden konnten, so dass sie Lichtpunkte auf dem Boden erzeugen konnten.

Die Anordnung der Lichtpunkte folgte dem Prinzip einer Lochkarte. Die Lochkartentechnik bezeichnet in der Datenverarbeitung eine Methode der Datenerfassung und -speicherung mittels spezieller Pappkarten als Datenträger. Frühe Datenverarbeitungs- und -registrieranlagen waren ohne Lochkarten nicht denkbar. Sie wurden in den 1960er Jahren durch die elektronische Datenverarbeitung abgelöst. Es entstand ein assoziativer Zusammenhang von Arbeitsleuchten, Serialität und Universalcodes, der wie ein Raster in den vorgefundenen Ort eingefügt wurde.

Foto: Daniel Hausig, HBKsaar. Text: Bettina Pelz.